Der ÖFHF hat in Zusammenarbeit mit weiteren europäischen Organisationen, Komittees und Experten ein ÖFHF-Turnierregelwerk sowie ein Internationales Turnierregelwerk fürs Fechten mit historischen Blankwaffen erstellt, anhand dessen Wettkämpfe zum Vergleich des Leistungsfortschritts der Sportler im Turnierkampf mit historischen Waffen (derzeit langes Schwert bzw. Fechtfeder, Säbel, Rapier und Dolch) abgehalten werden können.
Download siehe unten.

Die Idee hinter den unten stehenden Regeln ist folgende:

  • Es soll der beste Turnierfechter an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort ermittelt werden.
  • Dazu wird ein ernster Kampf auf wettkampfsportliche Weise simuliert. Dieser soll durch Nutzung von entsprechenden Waffen und entsprechender Ausrüstung sowie durch Beschränkung auf kontrollierbare und mit dieser Ausrüstung ungefährliche Techniken entschärft werden und verletzungsfrei ablaufen können.
  • Es wird angenommen, dass ein ernsthafter Kampf nach bereits einem wirkungsvollen Treffer entschieden wäre. Daher wird der Kampf nach einem Treffer unterbrochen.
  • Um zu verhindern, dass der bessere Turnierfechter durch einen Zufallstreffer zu Beginn eines Kampfes aus dem sportlichen Vergleich geworfen wird, wird ein statistisches Element eingebaut. Somit wird der Kampf über eine definierte Zeitspanne geführt und durch die Anzahl der Treffer entschieden.

Das Regelwerk schließt folgende Sichtweisen definitiv aus:

  • Kampf als Rollenspiel (der erste Treffer entscheidet)
  • Kampf als Bewegungsdemonstration (Haltungsnote)
  • Kampf als Demonstration einer Stilrichtung (erkennbare und stilkonforme Techniken werden bewertet)
  • Kampf als Unterhaltung für Publikum (Kampf wird nach Treffern nicht unterbrochen, sondern läuft weiter bis zu Kampfleiterintervention, Verletzung oder Aufgabe)
  • Kampf als Reenactment oder „Living History“ (Verpflichtung zu historisch anmutenden Gewändern, Waffen oder Rüstungsteilen)
  • Kampf als Ehrenhandel (persönliche Animositäten werden ausgelebt)