1. Der Verband ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Einzelpersonen, die sich ernsthaft mit der Wiederbelebung historischer europäischer Fechtkunst beschäftigen. Dazu zählt zum einen das Studium von historischen Schriften und Fechtbüchern und zum anderen das sportliche Training des historischen Fechtens mit möglichst authentischen Repliken der historischen Waffen.

Fechten wird in diesem Zusammenhang im mittelalterlich-historischen Wortsinn als jegliche Art des bewaffneten und unbewaffneten Zweikampfes verstanden.

2. Voraussetzung für die Aufnahme in den Fachverband ist das regelmäßige Training historischen Fechtens nach original historischen europäischen Quellen. Über die Aufnahme in den Fachverband entscheidet der Vorstand endgültig. Gegen diese Entscheidung gibt es kein Rechtsmittel. Bei Aufnahme eines Vereines ist es notwendig, dass zumindestens ein Vereinsmitglied ein vom Fachverband anerkannter Trainer (siehe unter 6.) ist.

3. Der Verband ist unpolitisch und lediglich an der Wiederbelebung historischer Fechtkunst interessiert. Politische oder ideologische Vereine oder Vereinigungen werden nicht in den Fachverband aufgenommen.

4. Bei der historischen Fechtkunst unterscheidet der Fachverband drei Hauptbereiche:

a. das frühe bis Hochmittelalter mit den primären Waffengattungen Einhandschwert, Schild, Axt, Flegel und Lanze/Speer

b. das Spätmittelalter mit den primären Waffengattungen Langes Schwert, Messer/Dussack, Buckler, Dolch, Stangenwaffen, Mordaxt und Ringen

c. die Neuzeit mit den primären Waffengattungen Rapier, Buckler, Linkhanddolch, Smallsword, Degen, Haudegen, Florett und Säbel.

Jegliche Form des Sportfechtens und das Mensurfechtens unterliegt nicht diesem Fachverband.

5. Beim Training mit der Waffe sind Hand- und Kopfschutz obligatorisch (Mindeststandard). Beim Vollkontakt-Sparring ist darüber hinaus den benutzten Waffen angemessene Schutzkleidung am ganzen Körper vom Fachverband vorgeschrieben. Über die genaue Ausgestaltung der Schutzkleidung entscheiden die Mitglieder (Trainer) selbst.

6. Der Fachverband führt eine Liste der von ihm anerkannten Trainer der unter 4. a. bis c. genannten Bereiche. Für die Aufnahme in diese Liste ist eine Prüfung notwendig. Die Prüfungskommission wird vom Vorstand ernannt und besteht aus 2 Trainern des jeweiligen Bereiches sowie einem Vorstandsmitglied. Die Prüfung besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Im praktischen Teil wird die körperliche und technische Eignung des Kandidaten überprüft, im theoretischen Teil seine Kenntnisse über das historische Fechten und seine didaktischen Fähigkeiten. Nach bestandener Prüfung und Aufnahme in die Trainerliste ist der Trainer berechtigt, sich als vom Fachverband anerkannter Trainer historischen Fechtens zu bezeichnen.

7. Der Fachverband führt eine zentrale Bibliothek historischer Fechtbücher. Jedes Mitglied ist einerseits berechtigt, diese Bibliothek zu benützen und andrerseits verpflichtet, dieser Bibliothek eine Kopie jedes ihm gehörenden Fechtbuches bzw. dessen Transkription zur Verfügung zu stellen.

8. Öffentliche Präsentationen historischer Fechtkunst sind sowohl inhaltlich als auch sicherheitstechnisch mit dem Fachverband abzustimmen. Für Demonstrationen vor Publikum ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtend.

9. Vom Fachverband autorisierte Schulungen oder Seminare dürfen ausschließlich von vom Fachverband anerkannten Trainern des jeweiligen Hauptbereiches abgehalten werden.

10. Die Mitglieder sind berechtigt, auf ihrer Webpage auf die Zugehörigkeit zum Fachverband hinzuweisen, dessen Statuten und Richtlinien zu veröffentlichen und zur Webpage des Fachverbandes zu verlinken.

11. Die Mitglieder sind verpflichtet, die Interessen des Fachverbandes nach besten Kräften zu unterstützen, dessen Ansehen zu wahren und alles zu unterlassen, was den Ruf des Fachverbandes schädigen könnte.